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Neurologische Regulierung humaner Lebensprozesse – vom Neuron zum Verhalten. Interdisziplinärer Lernstoff zum Thema Aufbau, Funktion und Klinik des Nervensystems für Studierende der Medizin, Gesundheits- und Biowissenschaften in Ungarn

Hajnalka Ábrahám, Péter Ács, Mónika Albu, István Balás, András Benkő, Béla Birkás, László Bors, Bálint Botz, Árpád Csathó, Péter Cséplő, Valér Csernus, Krisztina Dorn, Erzsébet Ezer, József Farkas, Sándor Fekete, Ádám Feldmann, Zsuzsanna Füzesi, Balázs Gaszner, Csilla Gyimesi, IStván Hartung, Gábor Hegedűs, Zsuzsanna Helyes, Róbert Herold, Tibor Hortobágyi, Judit Horváth, Zsolt Horváth, Mária Hoyer, István Hudák, Enikő Illés, Gábor Jandó, István Bajnóczky, Andrea Jegesy, János Kállai, Kázmér Karádi, Zsuzsanna Kerekes, Ákos Koller, Sámuel Komoly, Bernadett Kovács, Norbert Kovács, Zsolt Kozma, Ferenc Kövér, Antal Kricskovics, Gábor Lenzsér, Tivadar Lucza, Emese Mezőségi, Andrea Mike, Péter Montskó (2016)

Universität Pécs; Dialóg Campus Herausgeber-Nordex Kft.

7.q. Verhaltensmedizinische Aspekte der Prävention. – István Hartung 50%, József Varga 50% [Übersetzer: András Szelényi, Deutsches Lektorat: Béla Birkás]

7.q. Verhaltensmedizinische Aspekte der Prävention. – István Hartung 50%, József Varga 50% [Übersetzer: András Szelényi, Deutsches Lektorat: Béla Birkás]

1. Gesundheitspsychologie

Die Gesundheitspsychologie startete in den 1970-ern und wurde derzeit zu einer selbstständigen Disziplin, sie wird in weiten Kreisen akzeptiert. Das wichtigste Bestreben dieses Fachbereichs gegenüber der pathozentrischen Sichtweise ist die Gesundheitsorientiertheit (Csabai, Molnár, 2009). Sie ist eine erweiterte Form der Psychologie im Gesundheitswesen, sie umfasst einige Teilbereiche der Vorbeugung, der Heilung und der Rehabilitation (Kulcsár, 1998). Laut Matarazzo’s Definition aus dem Jahre 1984 ist die Gesundheitspsychologie ein angewandter Teil der Psychologie, der zur Bewahrung und Aufrechterhaltung der Gesundheit, der Prävention und Therapie von Krankheiten und der Suche nach den ätiologischen und diagnostischen Korrelationen dient.

Wenn man einige Gebiete der Gesundheitspsychologie unter die Lupe nimmt, umfassen diese die Analyse die Bewahrung und Aufrechterhaltung der Gesundheit auf Populationsebene, eine primäre Prävention, Gesundheitsverhalten und das Verhalten zur Vermeidung der Krankheiten. Die Prävention und Therapie der Krankheiten bedeuten - als eine subklinische Phase - die Edukation, die soziale Unterstützung, die psychosoziale Intervention und den gezielten therapeutischen Vorschlag und Eingriff. Unter der Suche nach ätologischen und diagnostischen Korrelationen verstehen wir die Versorgung, die spezielle Aufmerksamkeit, das konkrete Krankheitsverhalten und dessen Äußerung beim Verhalten.

Die Herausforderung der modernen Gesellschaft ist, die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben zu senken und zu realisieren. 2003 betrugen die Gesundheitsausgaben in Ungarn 1567 Milliarden Forint, nach Angaben des Zentralen Statistischen Amtes stieg diese Summe 2008 auf 1932 Milliarden (veröffentlicht 2010). 2003 betrugen die Ausgaben pro Person 155.000 Forint und 2008 192.000 Forint. Im Gegensatz zu dies betrugen die Pro-Kopf-Ausgaben des Staates 2003 113.000 Forint, 2008 stiegen diese Kosten auf 137.000 Forint. Wegen der wirtschaftlichen Rezession in Ungarn sank der Realwert der Gesundheitsausgaben zwischen 2007 und 2009 als alleiniges Land im OECD-Raum jedes Jahr und mit dem Pro-Kopf-Ausgaben fiel das Land 2008 auf den 38. Platz der WHO-Rangliste (KSH, 2012). Den obengenannten Daten ist zu entnehmen, dass unter den Herausforderungen der Volksgesundheit das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung der entwickelten Industrieländer langfristig eine immer wichtigere Rolle spielt und die präventive Gesundheitspsychologie eine zentrale Bedeutung haben wird.

2. Präventive Gesundheitspsychologie

Aus humanen und wirtschaftlichen Aspekten ist die Prävention derzeit vorteilhafter als die Heilung. Mithilfe der Neuigkeiten der naturwissenschaftlichen Entwicklung ist es heute möglich, wirksame präventive Methoden auszuarbeiten und die Syndrome früh zu erkennen (Csabai, Molnár, 1999). Während die Prävention früher ohne Kenntnis der genauen Gründe erfolgte (z.B. die Vorbeugung von Skorbut durch Verzehr von Früchten, Semmelweis - die Einführung des Händewaschens mit Chlorwasser), wurde die präventive Gesundheitspsychologie derzeit durch das Kennenlernen von Gesundheitsverhalten und seinen wirksamen Einfluss zu einem wirksamen und bewussten Mittel.

Die präventive Gesundheitspsychologie kann als verhaltensbetont betrachtet werden, sie untersucht nämlich die Motivationsbestandteile des Gesundheitsverhaltens. Das Ziel ist die Erfassung der speziellen Verhaltensmuster und des Anspruchs einer gegebenen Gruppe, Altersgruppe oder einer gesellschaftlichen Schicht und die Erarbeitung von effektiven psychologischen Modellen, die zur Prävention, Heilung und Rehabilitation beitragen können. Sie unterstützt die präventive Verhaltensmedizin, in diesem Fachbereich werden außer den psychologischen Prozessen die wissenschaftlichen Ergebnisse der Bioethik, der Soziologie, der Kultur- und der medizinischen Anthropologie sowie der Kommunikation verwendet. (Kállai, Varga, Oláh, 2007).

3. Die Ebenen der Prävention

In der gesundheitspsychologischen Annäherung gilt die Prävention als nicht pathozentrisch. Der Schwerpunkt wird auf die Vorbeugung und auf deren Verhaltens- und Motivationselemente gelegt. 1964 gründete Caplan das Begriffsystem der seelischen Gesundheit mit seiner Theorie über die Prävention der seelischen Krankheiten. Er unterscheidet drei verschiedene Ebenen der Prävention. Laut dieser Aufteilung spricht man über primäre, sekundäre und tertiäre Prävention (Buda, 2002; Boyer, Paharia, 2008).

3.1. Primäre Prävention

Die primäre Prävention umfasst den Gesundheitsschutz, die Beseitigung der Krankheitsgründe, die Vermeidung und Behebung der gesundheitlichen Probleme. Sie bedeutet eigentlich die ursächliche Vorbeugung, sie deckt die Lebensgewohnheiten des Individuums, sein Verhalten und die Mechanismen seiner Persönlichkeit auf. Das Ziel ist die Bewahrung der Gesundheit, die Vorbeugung der Gesundheitsschädigung und die Eliminierung der gesundheitsschädigenden Faktoren, und zwar durch die Gestaltung der physischen Widerstandsfähigkeit, des mentalen Zustands und der äußeren Faktoren. Zum Bereich der primären Prävention gehören der Schutz und Stärkung der seelischen Gesundheit, die Verminderung der Vorkommenshäufigkeit von psychischen Erkrankungen, die Erkennung und Therapie mentaler Probleme. Sie beschäftigt sich mit Gesundheitserziehung, Gesundheitsentwicklung, Gesundheitscoaching und mit allen Bereichen der Gesundheitsaufklärung (Kállai, Varga, Oláh, 2009; Brien, Kennedy, Ballard, 2008; Hárdy, 1992).

Als Zielgruppe werden im Allgemeinen gesunde Personen betrachtet, zu den Aufgaben gehört die Ausarbeitung der individuellen, familiären und der verschiedenen Gruppen (z.B. Arbeitsplatz) betreffenden Prävention und der Prävention auf Gemeinschafts- und Populationsebene, zu den Aufgaben gehört noch die Planung von präventiven Programmen. Die primäre Vorbeugung beinhaltet die Änderungen im Lebensstil (z. B. gesunde Ernährung und körperliche Aktivität, die Hilfe bei der Entwöhnung vom Rauchen) und Unterrichtsprogramme (Kállai, Varga, Oláh, 2007; Boyer, Paharia, 2008).

Im traditionellen gesundheitlichen Systemdenken wurde die Weitergabe der Kenntnisse betont, die moderne Gesundheitserziehung und die Gesundheitsentwicklung beinhalten auch die Gestaltung der Attitüde und die Entwicklung der Fertigkeiten. Die Herausbildung der Attitüde und die Entwicklung der Fertigkeiten basieren auf die Modelle des gesellschaftlichen Verhaltens. Die Herausbildung der Attitüde ist stark mit den kognitiven und sozialpsychologischen Phänomenen assoziiert, sie helfen, das Umfeld zu kontrollieren (objektbewertende Funktion), mit deren Hilfe kann man sich ausdrücken (wertexpressive Funktion) und helfen beim sozialen Kennenlernen. Bei den präventiven Zielen und den Effekten der Entwicklung der Fertigkeiten müssen die Förderung und Anwendung der Techniken des Konflikt- und Stressmanagements hervorgehoben werden (Pikó, 2003).

Man unterscheidet verschiedene Ebenen der primären Prävention (Abbildung 1.) (Hárdy, 1992; Buda, 1998):

1. Körperliche oder somatische Ebene

Die physische Hygiene kann die Grundlage der Mentalhygiene bilden, zugleich zeigen sie einen engen Zusammenhang. Die Befriedigung der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse, wie z. B. die Bewegung und der Sport, die Sicherung von entsprechenden Wohnverhältnissen und die Lebensmittel- und Wasserversorgung tragen zur entsprechenden Lebensqualität bei und haben einen präventiven Charakter.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Vermeidung von externen Schaden (z.B. die Rolle der Körperpflege, Luftverschmutzung, chemische Schaden, Vermeidung und Ausschaltung von Allergenen).

Die sozialen und wirtschaftlichen Faktoren haben auf die verschiedenen Gesellschaftsschichten unterschiedliche Auswirkungen. Ein Individuum, das zu niedrigeren sozio-ökonomischen Schichten gehört, ist aus verschiedenen Aspekten (z.B. Ernährungszustand) einer größeren Gefahr ausgesetzt als jemand, der keinen Mangel erleidet.

Der Zusammenhang zwischen Risikoverhalten (selbstschädigendes Verhalten) und den organischen Krankheiten untersuchend ist im Allgemeinen festzustellen, dass bei der Vermeidung gesundheitsschädigender Aktivitäten, – wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht - eine rückläufige Tendenz von Krankheiten zu beobachten ist. Es trägt langfristig z. B. zur Senkung des Risikos von kardiovaskulären Erkrankungen bei.

Der Kampf gegen Infektionskrankheiten, die Kontrolluntersuchungen und Schutzimpfungen (Kontrolle der Wirksamkeit) helfen bei der Vermeidung der Risikofaktoren und bei der Früherkennung.

Durch die Sexualerziehung können die negativen physisch-seelischen Folgen eines zu frühen sexuellen Kontakts vermieden werden, Geschlechtskrankheiten können vorgebeugt werden (AIDS, HSV, HPV, Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien, weitere Pilzkrankheiten).

Familienplanung, Mutterschaft, Schwangerschaftsbetreuung, Entbindung mit psychischer Belastung und Vorgänge, die mit Beklemmung und Stress einhergehen, die im Falle einer gefährdeten Person eine seelische Betreuung brauchen.

2. Psychosoziale Ebene

Auf dieser Ebene erfolgt die Sicherung der psychosozialen Ansprüche, als eine Aufgabe der primären mentalhygienischen Vorbeugung. Sie bedeutet die Befriedigung der sozialen Beziehungen, die auf dem unterstützenden Kontakt mit der Familie und weiteren wichtigen Personen basiert. Diese sichern die Entfaltung und Abgrenzung der individuellen geistigen und emotionalen Entwicklung. Daraus ergibt sich die Wichtigkeit der frühen Prävention, wo die Mutter-Kind-Beziehungen ihre Wirkungen lebenslang ausüben. Durch die Erkennung einer Risikopersönlichkeit ist ein früher Eingriff möglich und man kann den frühkindlichen Umständen (z. B. das soziale Umfeld, die emotionale Vernachlässigung, wiederkehrende und intensive seelische Traumata) vorbeugen oder man kann eingreifen. Die Risikopersönlichkeit bedeutet eine Empfänglichkeit für psychische Schäden, die eine Vererbung aufweist und bei deren Herausbildung können die schon oben genannten Familienverhältnisse oder Sozialisation eine Rolle spielen. Um die entsprechende Präventivstrategie ausarbeiten zu können, muss man den Begriff und Theorie der Sozialisation einhergehend kennen.

Sozialisation

Die Sozialisation ist der gesellschaftliche Grundriss der Persönlichkeitsentwicklung. Die beim sozialen Lernen entstehende Verhaltensveränderung entspringt den Interaktionen mit anderen Personen. Zu den Arten des sozialen Lernens gehören die Nachahmung, das Folgen eines Modelles, die Identifikation und die Verinnerlichung.

  • Die Nachahmung ist weder bewusst noch geschieht mit Absicht. Der Mensch macht ungewollt, was sein Umfeld macht. Im Säuglingsalter ist das eine Zirkulärreaktion, es kann nicht verzögert werden, ab dem 1,5-2-ten Lebensjahr wird sie durch die Erinnerungsbilder verzögert.

  • Das Folgen eines Modelles ist in der frühen Kindheit unbewusst, in der späten Kindheit und im Erwachsenenalter ist sie schon bewusst. Der Grund für das Folgen eines Modelles können eine Beziehung, die auf Liebe basiert, Rollenneid, soziale Macht, der Erfolg oder die Belohnung einer anderen Person sein.

  • Bei der Identifikation übernehmen die Kinder im Kindergarten- und Schulalter ungewollt das Verhalten der Person, die auf sie emotional einen größeren Einfluss ausüben. In der Pubertät und im Erwachsenenalter dominiert schon das bewusste, gewollte Verhalten.

  • Die höchste Ebene des sozialen Lernens ist die Verinnerlichung oder Interiorisation. In diesem Fall übernimmt das Individuum eine gewisse Verhaltensform, weil dies mit seinen eigenen Werten übereinstimmt. Dieses Verhalten wird Teil seiner Persönlichkeit, seines Wertsystems.

Das wichtigste Mittel der Sozialisation ist die Kommunikation. An der ersten Stelle steht als Mittel die Sprache, die die Voraussetzung zum Verständnis eines anderen Menschen und der Anpassung darstellt, das Mittel der Selbstkontrolle und die Kontrolle des Umfeldes.

Der allererste Schauplatz der Sozialisation ist die Familie, die immer die wichtigste Gemeinschaft in unserem Leben bedeutet, die uns in die Gewohnheitsordnung des sozialen Verhaltens einführt. Die Aufgabe der Familie ist, das Kind biologisch zu pflegen, die nötigen Voraussetzungen zur Reifung und Entwicklung zu sichern, außerdem gewisse Verhaltens- und Rollenmuster zu vermitteln. In der Familie ist der Vater, der als Leiter die Familie “nach der Außenwelt” vertritt, die Mutter hat dagegen die emotionale Führung. Derzeit vermischen sich diese Rollen. Die Familie, als System, wenn sie nicht richtig funktioniert, kann an das Kind erstarrte oder zweckwidrige Verhaltensmuster vermitteln, was das Kind in der weiteren Entwicklung verhindern wird. In einer stabilen und sicheren familiären Atmosphäre kann das Kind gegenüber Stresssituationen des Lebens Immunität erlangen. Je früher sich der Entwicklungsfehler ereignet, desto schwerer wird eine Korrektion. Die menschlichen Einwirkungen, die eine gesunde seelische Entwicklung sichern, gehören zu den biologisch reizenden und anspornenden Faktoren bei der entsprechenden Reifung des Nervensystems. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern dient als Grundmuster für die späteren menschlichen Kontakte. Der erste menschliche Kontakt entsteht zur Mutter, dieser Kontakt setzt in Gang und fundamentiert unsere körperliche, seelische und soziale Entwicklung. Die allersensitivste Periode ist die postnatale Periode, die Berührung des Körpers des Kindes, die Entstehung des mütterlichen Instinkts. Eine zurückweisende Haltung oder eine übertriebene Besorgnis können ebenfalls Probleme in den späteren sozialen Beziehungen des Kindes verursachen. Die offenen oder versteckten Störungen der Familie können die Persönlichkeitsentwicklung sowohl im Kindes-, als auch im späteren Erwachsenenalter in die falsche Richtung lenken, was vor allem in der Anpassung zum Vorschein tritt. Die Störungen in den sozialen Kontakten können auch wegen Kommunikationsfehler entstehen. Wie zum Beispiel das Phänomen der “Doppelten Bindung”, wo der Vater oder die Mutter verbal und nonverbal verschiedene Inhalte kommunizieren. Die Eltern informieren das Kind über denselben Gegenstand oder dieselbe Situation widersprüchlich, wessen Ergebnis ist, dass das Kind die Bedeutung der Wörter nicht richtig lernen wird. Es ist egal, wie das Kind reagiert, es ist falsch und das Kind wird von der Mutter bestraft. All dies kann eine ungünstige Entwicklungsrichtung einschlagen. Die Neurose bedeutet eine Störung verschiedenen Grades, die durch die Störung des seelischen oder emotionalen Lebens entsteht, sie widerspiegelt sich in der Gestaltung, Fehler und Störungen der menschlichen Beziehungen, außerdem äußert sie sich in verschiedenen und abwechslungsreichen Abnormitäten des Körpers, der Organe oder des Nervensystems. Eine Anfälligkeit zur Neurose fördert eine unvollständige Familie, wenn die familiäre Atmosphäre offen oder versteckt disharmonisch, gespannt ist oder die Störung der Persönlichkeit der Eltern verborgen bleibt.

Mit der Erweiterung des sozialen Raumes erhöht sich die Zahl der Personen, die eine Wirkung ausüben. Die Familie wird in den Hintergrund gedrängt, verschwindet ihre Rolle zwar nicht, die Bedeutung der Altersgenossen nimmt zu. Der zweite Schauplatz der Sozialisation bilden die Institutionen des Unterrichts (Kinderkrippe, Kindergarten, Schule). Die Rolle der Kinderkrippe ist die Erschaffung der pädagogischen und psychologischen Grundlage für einen Prozess der Erziehung und der Gewohnheitsgestaltung. Das Zusammensein mit den Altersgenossen hilft den Kindern bei der Existenz mit den “Anderen”. Sie fördert die Anpassung und die Entwicklung der Unabhängigkeit. Die Rolle des Kindergartens ist die Erweckung des Interesses, die Begründung der Lernfähigkeiten, die Förderung der Motiviertheit und der Kreativität. Der persönliche Vermittler der schulischen Sozialisation ist der Pädagoge, das Umfeld ist die Schulklasse. Zu den wichtigsten Aufgaben der Schule gehören die Persönlichkeitsförderung und die Vermittlung von Werten, sowie die Einfügung in die Gruppe der Altersgenossen. Die Sozialisation kann als ein lebenslanger Prozess betrachtet werden, weil in unser Leben kontinuierlich neue Schauplätze kommen. Solche Schauplätze sind der Arbeitsplatz, Vereine, kleinere Gemeinschaften, Freunde oder die Neustrukturierung des Familiensystems nach der Geburt eines Kindes. Deswegen spielt die Sozialisation bei den präventiven Eingriffen, das Kennen der mitgebrachten Muster und Modelle eine wichtige Rolle.

3. Soziokulturelle Ebene

Die Funktion einer Persönlichkeit wird durch den individuellen sozialen Status sowie durch die Änderungen und Perspektiven der Gesellschaft beeinflusst. Die Zugehörigkeit zu benachteiligten Gruppen (z. B. Minderheiten, Gruppen von Kranken…), die Einfügung in eine neue Gesellschaft (Einwanderung), die Arbeitslosigkeit (Obdachlosen- Problematik der Selbstbewertung) und die ökologischen Umstände (Mensch - Umwelt Beziehung und deren Auswirkungen - die Auswirkungen der natürlichen und der künstlichen Umwelt) müssen bei der Problematik der primären Prävention in Betracht gezogen werden.

Abbildung 7.87. Animation 1. (Abbildung 1.): Die Ebenen der primären Prävention

Animation 1. (Abbildung 1.): Die Ebenen der primären Prävention

3.2. Sekundäre Prävention

Die sekundäre Prävention basiert auf dem traditionellen biomedizinischen Modell. In erster Linie bedeutet sie die Erkennung von sich bereits herausgebildeten Krankheiten in frühen Stadien, die schnelle und effiziente Lösung des problematischen Zustandes sowie die sofortige Therapie und die Suche nach der Lösung. Das Ziel ist die Verkürzung der Dauer der Krankheit, noch bevor sie Symptome verursacht oder eine Progression eintritt. Zu den Mitteln zählen die Vorsorgeuntersuchungen, die Intervention in der frühen Phase der Krankheit und die Vorbeugung der Folgekrankheiten. Die Risikopersonen können in Kindergärten, Schulen, Erziehungsberatungszentren und Gesundheitseinrichtungen diagnostiziert werden. Die sekundäre Prävention senkt von ihrer Natur aus kurzfristig nur die Mortalität. Die Prävention erfolgt nicht immer rechtzeitig, weil die Einstellung zu Arztbesuchen oft kulturell determiniert ist und die spezifischen Krankheitsbilder einen rechtzeitigen Arztbesuch verhindern können, deshalb gilt als eine wichtige Aufgabe der Verhaltenswissenschaft und der Verhaltensmedizin das Kennenlernen von Krankheitsbildern, Ängsten und Bewältigungs- (Coping-) strategien (Hárdy, 1992; Pikó, 2003; Kállai, Varga, Oláh, 2007; Brien, Kennedy, Ballard, 2008).

Coping (Bewältigung)

Bewältigung nennt man den Prozess, bei dem man versucht, gegen die für ihn schwere, stressige Lebenssituationen anzukämpfen.

Das Modell der integrativen Verhaltensregelung der Verhaltenswissenschaft konzipiert das Verhalten einer Person in einem dynamischen Modell, wo das Individuum von der Umwelt und die Umwelt vom Individuum reguliert werden. In diesem Modell bekommt die Entscheidung eine zentrale Rolle, weil das Individuum die Umwelt ständig beobachten muss, um festzustellen, ob die gegebene Situation von ihm zu bewältigen ist oder nicht (Margitics, Pauwlik, 2006).

Lazarus und Launier unterscheiden zwischen zwei Haupttypen von Coping-Prozessen:

  • problemorientierte Bewältigung: der positivste Typ der kognitiven Durchstrukturierung. Die Person erfasst das Problem, erwägt die Möglichkeiten und löst das Problem. Laut Studien neigen die Kranken, die diesen Typ der Bewältigung wählen, weniger zur Depression und ihre eventuelle depressive Phase dauert kürzer.

  • emotionsorientierte Bewältigung: der negativste Typ der Bewältigung. Die Person versucht die Auseinandersetzung mit dem Problem zu meiden, und ihr Ziel ist, die Verstärkung der negativen Emotionen zu verhindern. Bei dieser Person kommen die Einnahme von Medikamenten, Alkoholprobleme und Essstörungen häufiger vor.

Die Merkmale der individuellen Situationen hängt stark von den Fertigkeiten zur Bewältigung, der Persönlichkeit und der gesellschaftlichen und sozialen Unterstützung ab (Atkinson, Atkinson, Smith, Bem, Hoeksema, 2003).

Lazarus und Folkman (1978) unterschieden innerhalb der problemorientierten und emotionsorientierten Bewältigung zwischen acht Strategien:

  • Konfrontation: aktive, sich dem Problem stellende Bewältigungsstrategie

  • Entfernung: emotionale und mentale Distanziertheit, sie bedeutet die Verzögerung der Bewältigung.

  • Regulierung der Emotionen und des Verhaltens: die Suche nach der angemessenen emotionalen Antwort und Verhaltensstrategie zur Lösung der Situation

  • Suche nach sozialer Unterstützung: die Erfassung und Verwendung von Ressourcen, die in der Umgebung des Individuums zur Verfügung stehen

  • Übernahme der Verantwortung: Übernahme der wahrgenommenen und zugeschriebenen Kontrolle

  • Problemlösung: eine Auswertungsstrategie zur Problemlösung

  • Vermeidung-Flucht: eine Abwehrmechanismus, wo statt der Konfrontation die Situation vermieden wird

  • Suche nach einer positiven Interpretation: statt einer negativen Bewertung geschieht die positive Bewertung der Ereignisse (Margitics, Pauwlik, 2006)

3.3. Tertiäre Prävention

Die tertiäre Prävention bedeutet eigentlich keinen richtigen präventiven Maßnahmen, so wird ihre Existenzberechtigung von vielen in Frage gestellt. Auf dieser Ebene grenzen sich die Heilung und die Vorbeugung nicht streng voneinander ab. Ihr Ziel ist die Verhütung der Progression, der Komplikationen, der Chronifizierung und des Neuauftretens der schon sich herausgebildeten Krankheiten, beziehungsweise die Verhinderung der Entstehung der Folge- und Begleitkrankheiten, deshalb ist es in einem breiten Verständnis die Aufgabe der Rehabilitation. Nach Caplan (1964) sind die Schritte der tertiären Prävention die Folgenden (Hárdy, 1992):

  • Die krankheitsbedingten Schäden und die Motivationen des Kranken müssen ermessen werden, damit sich die Entfremdung, die Produktivität und die zukünftige Kooperation des Kranken zeigen können. Die Arzt-Patient-Beziehung ist hinsichtlich der Kooperation, also der Compliance von größter Bedeutung, indem die aktive Kooperation des Kranken zur Entwicklung des späteren Gesundheitszustandes nötig ist.

  • Das Bestreben, die krankheitsbedingte Entfremdung zu vermeiden, was die Gewinnung des direkten Umfeldes und der Familie des Kranken bedeutet.

  • Hinsichtlich der Verbesserung ist die Ausarbeitung der Hilfeleistung wichtig, der Patient sollte möglicherweise zu Hause bleiben, so kann man der Isolation, Verstoßung oder Vereinsamung vorbeugen.

    Compliance/Adhärenz/Persistenz

    Für die Kooperation der Patienten hat die Fachliteratur früher den Begriff „Compliance“ (Einverständnis, Ergebenheit, Parität) angewendet. Ihre Voraussetzung ist die Gestaltung einer interpersonellen Beziehung, die in dem Patienten den Eindruck erweckt, dass man sich nicht nur um seine Krankheit, sondern auch um ihn selbst kümmert. Eine Compliance kann durch ein bewusstes kommunikatives Bestreben erreicht werden, wo der Informationsaustausch zwischen Arzt - Patient und Arzt - Personal angestrebt wird, um die Patienten zu verstehen. Die therapeutische Effektivität hängt vom Arzt ab, die Rolle der Patienten ist die passive Akzeptanz, die Befolgen der Informationen (Bálint, 1990; Taylor, Harding, 2001; Kállai, Varga, Oláh, 2007; Molnár, Dankó, 2010). Laut Theorie der Transaktionsanalyse gibt der Arzt als “Elternteil” Anweisungen, der sich auf ihn stützende Patient, als “Kind” befolgt diese Anweisungen, oder rebelliert gegen diese (Berne, 2009). So hängt die Kooperation patientenseits vom Befolgen der Regeln und vom Engagement gegenüber seinem Arzt ab. Ein beeinflussender Faktor wird noch der Typ der Krankheit, der ärztliche Eingriff, die Vorkenntnisse des Patienten, sein Alter, seine Persönlichkeit, sein Allgemeinzustand, der Schweregrad seiner Beklemmung, die Pro-Vermittlung von Emotionen, Kontra-Vermittlung von Emotionen (Kollár, 2008). Diese traditionelle Annäherungsweise ist derzeit eindeutig ungeeignet zur Erarbeitung einer angemessenen Therapie. Der Grund liegt an der Verkürzung des Zeitraumes, der für die Behandlung zur Verfügung steht, beziehungsweise am Bestreben, den Patientenkreis bewusst zu informieren. Zur Kooperation ist die wahre, innere Motivation des Patienten nötig, deshalb wird die Aufgabe des medizinischen Personals immer mehr die Hervorrufung dieser nötig sein.

    Die moderne, patientenorientierte Auffassung bedeutet die Adhärenz oder “Therapietreue”, und die Persistenz oder “Ausdauer”, die den Zeitraum beschreibt, den der Patient in der therapeutischen Phase tatsächlich verbringt. Die Auswirkung der Adhärenz und der Persistenz wird nur mittel- oder langfristig sichtbar. Bei der Gestaltung der Therapietreue und der Ausdauer eines Patienten ist ein Multilevel-Eingriff nötig:

    Die Erweckung der Aufmerksamkeit und der inneren Motivation des Patienten im Interesse einer entsprechenden Kooperation (Förderung des Gefühls der Unterstützung, Empathie, aktive Aufmerksamkeit, Verständnis, patientenorientierte Kommunikation…).

    • Mitteilung von Informationen vom Arzt und Pharmazeuten im Interesse zur Gestaltung einer entsprechenden Medikamenteneinnahme

    • Für die Dauer der Therapie die Sicherung der Kooperation und des Informationsaustausches

    • Patientenbezogen optimalisierte Kommunikation (mit Berücksichtigung der demographischen, kulturellen und sonstiger Merkmale).

    • Systemorientierte Betrachtung der Heilung (Arzt-Patient, Arzt-Apotheker, Arzt-Fachpersonal) (Myers, Midence,1998; Kállai, Varga, Oláh, 2007; Nagy 2007), Molnár, Dankó, 2012).

  • Die Motivierung des Patienten, die Steigerung seiner Aktivität mit der Hilfe der im therapeutischen Plan festgelegten anspornenden Faktoren.

  • Förderung der Rückführung des Patienten in die Gemeinschaft mithilfe von Übergangsinstitutionen (Tagessanatorium, geschützter Arbeitsplatz).

  • Soziale Unterstützung: die soziale Unterstützung kann als eine interpersonale Hilfeleistung definiert werden, die das Wohlbefinden fördert, oder schützt den Patienten vor ungünstigen Ereignissen, die den Zustand des Patienten beeinflussen können. Die soziale Unterstützung kann materiell sein (finanzielle Unterstützung, Transport), kann aber auch aus immateriellen Gütern bestehen (kognitive, emotionale oder informative Hilfe), die von den Familienmitgliedern, Freunden und vom medizinischen Personal stammen können (Okkonen, Vanhanen, 2006).

4. Klassifizierendes System der präventiven Interventionen

Die Ansätze der primären, sekundären und tertiären Prävention werden durch eine besser formulierte Definition abgelöst, die statt das Problem die speziellen Bedürfnisse der Zielgruppe betonen. Laut dieser Konzeption sind die Zielgruppen besser voneinander abzugrenzen, dadurch wird die Prävention langfristig kostengünstiger. Die präventiven Maßnahmen können auf drei Ebenen stattfinden (2. Abbildung), so unterscheidet man die universelle, selektive und indizierte Prävention (Rácz, 2007).

Abbildung 7.88. Abbildung 2.: Typen der Prävention (Meili, 2004)

Abbildung 2.: Typen der Prävention (Meili, 2004)

4.1. Die universelle Prävention

Die universellen Präventionsstrategien sprechen die Gesamtpopulation mithilfe von Programmen und Botschaften an, deren Ziel ist, die Erscheinung eines konkreten Problemverhaltens (z.B. Alkohol-, Tabak-, Drogenkonsum) zu verhindern oder zu verzögern. Ohne vorläufige Filterung versorgt sie das Individuum mit Kenntnissen, Fertigkeiten und Routine, diese helfen die Probleme zu vermeiden. Es wird nicht nach Zielgruppen differenziert, die Gesamtpopulation wird als gefährdet angesehen, nur das Ausmaß der Gefährdung kann individuell unterschiedlich sein. Die Mehrheit der schulischen und Medienprogramme kann als universelle präventive Strategie aufgefasst werden.

4.2. Selektive Prävention

Der selektive Eingriff zielt auf eine spezifische Gruppe der Population. Innerhalb der Zielgruppe differenziert er nicht, die gezielten Eingriffe beziehen sich auf die Ganzheit einer Unterpopulation, unabhängig von der individuellen Gefährdung. Sie richtet sich auf die Gruppen, Familien oder Individuen mit hohem Risiko, die auf Grund verschiedener Faktoren als gefährdet angesehen werden können. (Zu dieser gehören die Kinder von Eltern mit Alkoholproblemen, Jugendliche, die die Schule nicht regelmäßig besuchen oder mit Lernschwierigkeiten kämpfen, junge Verbrecher, Menschen, die in einem “gefährlichen” Milieu wohnen). Die Risikofaktoren können auf Grund von demographischen, von mit dem psychosozialen Umfeld im Zusammenhang stehenden, genetischen oder biologischen Faktoren, aber auch auf Grund von weiteren Parametern, wie Alter, Geschlecht, familiärer Hintergrund und Wohnverhältnisse erfasst werden. Die Präventionsprogramme dauern wegen der Mannigfaltigkeit der Zielgruppe länger, untersuchen die Familiendynamik auf mehreren Ebenen und sie beschäftigen sich auch mit widersprüchlichen Themen (Nádas, 2006; Rácz, 2007).

4.3. Indizierte Prävention

Die indizierte Präventionsebene bezieht sich auf mehrfache Risikofaktoren im Falle von disfunktionellen Familien und differenziert auch innerhalb der Gruppe. Das Ziel ist nicht die Verhinderung der Entstehung einer Krankheit oder einer Abhängigkeit, sondern durch einen Eingriff auf der Ebene des Individuums die Beeinflussung der Verhaltensstörung. Die konkreten Präventionsprogramme werden oft mit familientherapeutischen Methoden, psychischen und sozialen Dienstleistungen oder mit Dienstleistungen aus dem Bereich der Kindeswohlfahrt ergänzt, so sind Prävention und Therapie schwierig voneinander abzugrenzen (Abbildung 3.). Solche Fälle sind zum Beispiel die Therapien, die nach den gültigen diagnostischen Kategorien (DSM IV, BNO 10) an Personen mit Verhaltensstörungen, die jedoch nicht als abhängig gelten, aber deren Symptome haben, durchgeführt werden, (z.B. die kognitive Verhaltenstherapie, Familientherapie…), die gleichzeitig hinsichtlich der Mittelverwendung als präventiver Eingriff zu betrachten sind (Nádas, 2006; Rácz, 2007; Burkhart, 2009).

Abbildung 7.89. Abbildung 3.: Versorgungsmodell. (Mrazek, Haggerty, 1994)

Abbildung 3.: Versorgungsmodell. (Mrazek, Haggerty, 1994)

5. Die Schauplätze der Prävention und die Möglichkeiten der wirksamen Prävention

Die Zielsetzung der Programme der Gesundheitsentwicklung ist eine mehrere Schauplätze umfassende und in diesen eine Wirkung ausübende Realisierung, die aufs Leben der Zielgruppen und der Individuen dieser Gruppen langfristig wirken kann. Hinsichtlich der Präventionsprogramme ist die Wahl der einzelnen Schauplätze entscheidend, das erwünschte Ergebnis kann nämlich nur durch die Einbeziehung der entsprechenden Zielgruppe erzielt werden. In der Pubertät ist im Allgemeinen nur eine sekundäre Prävention möglich.

5.1. Gesundheitswesen

Die primäre Prävention im Gesundheitswesen erfolgt im Allgemeinen im Bereich der medizinischen Grundversorgung, sie gilt also als ein Verfahren im Sprechzimmer, in betreuenden Abteilungen und in Beratungsstellen. Die Präventionsprogramme können auch im Rahmen von weiteren Gemeinschaften (im Untenstehenden detailliert behandelt) geplant werden, so wird die Prävention wirksamer (Kállai, Varga, Oláh, 2007).

5.2. Kindergarten

Das Ziel der präventiven Erziehung im Kindergarten ist das Trainieren gegen die Pression der Altersgenossengruppe. Diese Einrichtung spielt bei der Förderung der Selbstbewertung und der autonomen Entscheidungsfähigkeiten der Kinder eine wichtige Rolle. In diesem Lebensalter lernen die Kinder z. B. auch die Modellwirkungen der Mittelverwendung kennen (Buda, 2002).

5.3. Schule

Einer der am leichtesten und am kostengünstigsten ansprechbaren und zugänglichen Schauplätze ist die Schule. Mit den Präventionsprogrammen kann der Großteil der Altersgruppe erreicht werden, sie sind gleichzeitig massenhaft präsent. Es stellt ein Problem dar, dass die Präventionsprogramme die am gefährdeten Altersgenossen und ihre Gruppen nicht erreichen, die Schule kann sie nämlich nicht beeinflussen oder sie sind einfach nicht mehr im Schulsystem. Daran liegt es, dass die rechtzeitig gestarteten Präventionsprogramme wichtig werden, diese erreichen die Jugendlichen und entfalten ihre Wirkung vor der Periode des problematischen Verhaltens oder vor der Entstehung einer Krankheit.

Zu den wichtigen Funktionen der schulischen Prävention gehören der Schutz der Selbstbewertung und die Förderung der kommunikativen und Verhaltensfertigkeiten. Im schulischen Milieu können die Individuen mit Leistungsstörungen diagnostiziert werden und eine Korrektion wird möglich. Infolge der Entwicklung der Sexualität werden die Aufklärung, das Trainieren zur sexuellen Rollenübung, die Rollenkorrektion und die Einführung und Anwendung von eventuellen Konsultations- und Therapiemöglichkeiten eine wichtige Aufgabe (Buda, 2002).

5.4. Familie

Bei der familiären Prävention wird die ganze Familie angesprochen und in die Vorbeugung einbezogen. Die Wirksamkeit der Eingriffe auf der Familienebene ist nicht bewiesen, nach den Erfahrungen wirken sie jedoch auf die angemessene Versorgung der Kinder positiv. Im Interesse der Gestaltung der frühen Mutter-Kind-Beziehungen und der angemessenen Einstellung der Eltern zum Kind beziehungsweise im Interesse der Vorbereitung der Eltern gilt die Beratung – sogar die Gründung von Selbsthilfegruppen – als präventive Maßnahme. Durch die Vorbeugung und Erkennung des sexuellen und körperlichen Missbrauchs, der die Persönlichkeit schwerwiegend schädigt, kann man sogar der späteren Entstehung eines addiktiven Verhaltens vorbeugen. So ist es zu betonen, dass hinsichtlich der Prävention die Rolle der Sozialfürsorgerinnen entscheidend ist. Mithilfe der Erkennung der sich im Kindesalter manifestierenden Persönlichkeitsschädigung („Problemverhalten“, Kontaktstörungen, Zurückhaltung, Hemmungen und Beklemmung wegen Leistungsdrucks, psychosexuelle Reifungsstörungen) können die den Drogenmissbrauch begünstigenden Faktoren (primäre und sekundäre Prävention) erkannt werden. Die Familienmodelle senken den Schwellenwert der verhaltensbezogenen Antwort und dadurch fördern sie die Erscheinung des späteren Verhaltens. (Z. B. die Muster der Verwendung von chemischen Stoffen – Alkoholismus, Rauchen, Medikamentenmissbrauch – werden zu integrierten Komponenten der Persönlichkeit und begünstigen die Erscheinung der späteren Versuche von Mittelverwendungen.)

5.5. Medien

Mithilfe der Massenkommunikation kann man das gegebene Zielpublikum, die Zielgruppe und die Einzelperson mittels „nicht personaler“ Kommunikation erreichen. Ihr Vorteil besteht darin, dass die präventiven Botschaften nicht nur das Zielpublikum, das durch das Alter und den gesellschaftlichen Status gekennzeichnet ist, erreichen, sondern auch weitere Gesellschaftsschichten angesprochen werden. Dadurch setzt sich die Prävention nicht nur direkt, sondern auch indirekt, auf mehreren Ebenen durch. Dadurch wird die individuelle Problemsensibilität stärker, das Wissen wird umfangreicher, ein Attitüdenwechsel kann eintreten, so können die Ziele verwirklicht werden. Die Medien selbst stellen einen der Massenkommunikation breiteren Bereich dar, so gehören auch Medien zu diesem Bereich, wie z. B. T-Shirts, Prospekte, Info-Blätter und einige Elemente des Direktmarketings. Ihr Nachteil besteht darin, dass hinsichtlich der Addiktion die Jugendlichen in der Pubertät mithilfe dieser Methode schwieriger zu erreichen sind, die Programme sprechen eher die Älteren an (Rácz, 2007).

Im Interesse der Zurückdrängung des Drogenkonsums lassen sich die medienbasierten Eingriffe z. B. in vier Gruppen einteilen (Hastings, Stead, 1999; Rácz, 2007):

  1. Massenkommunikationskampagnen: konkrete Wirkungsstudien zeigen, dass diese Art von Kampagnen kostspielig ist und haben keine entsprechende Wirkung. Mit weiteren Komponenten ergänzt (Einbeziehung der Schule als Schauplatz) und speziell (spezielle Zielgruppe und Botschaft) können effektiv werden.

  2. Multikomponenteninterventionen: die Angaben zeigen, dass im Bereich der langfristigen Realisierung die Programme, die die multikomponentigen, komplexen, vermittelten Botschaften auf mehreren Ebenen und Schauplätzen präsentieren, wirksam sind.

  3. Medienmaterialien: sie erweisen sich meistens als wirksam, obwohl die Ergebnisse einer Studie zeigen, dass die über die Altersgenossengruppe vermittelten Programme wirksamer sind als die Programme, die über die DozentInnen oder Fachleute vermittelt werden. Diese Tatsache gerechtfertigt in der Zukunft die Einbeziehung der Altersgenossengruppe in die Präventionsprogramme.

  4. Medienprogramme im öffentlichen Dienst, indirekte Medienmitteilungen: das Ziel ist nicht die konkrete Prävention, sondern das Erwecken der Aufmerksamkeit des Publikums hinsichtlich des Themas oder gewisser Aspekte dieses Themas. Zu dieser Gruppe gehören die Fälle, wenn die Medien konkrete Themen der Prävention behandeln und diese in die Programme und Serien, die die Zielgruppe ansprechen, einfügt.

5.5.1. Zielpublikum

Das von den Medien anvisierte Zielpublikum muss in mehrere Segmente geteilt werden, sogar mehrere Altersgruppen und soziokulturelle Gruppen müssen parallel anvisiert werden, im Anschluss daran kann man die entsprechenden Kanäle und Mittel wählen.

5.5.2. Botschaft

Die durch die Medien vermittelte Botschaft kann direkt, versteckt, ironisch, schockierend oder abschreckend usw. sein. Generell ist festzustellen, dass die Jugendlichen eher durch die direkten, die älteren Personen eher durch die indirekten und ironischen Mitteilungen ansprechbar sind. Die Untersuchungen zeigen, dass die schockierenden und abschreckenden Mitteilungen bei den Jugendlichen meistens effektlos bleiben. Sie fördern die Sehnsucht nach Abenteuern und die Suche nach Aufregung und rationalisieren das Problem („Mir kann so etwas nie passieren, ich kann auf mich selbst aufpassen“). Die schockierenden Mitteilungen erweisen sich als wirksam bei den Älteren, bei denen z. B. die Häufigkeit der addiktiven Krankheiten sehr niedrig ist, eine primäre Prävention ist hier nicht relevant. Die schockierenden Mitteilungen können im Falle wirksam werden, wenn sie außer dem zu meidenden Verhalten einen einfachen und leicht begehbaren Weg zum gesunden Leben und zum Gesundheitsschutz zeigen.(Hastings, Stead, 1999; Rácz, 2007).

5.5.3. Informationsquelle und Informationskanal

Die Wahrnehmung der Botschaft wird nicht nur hinsichtlich des Informationskanals und der Informationsquelle, sondern auch hinsichtlich der Zielgruppe oder des Zielpublikums unter die Lupe genommen, deshalb werden die Sichtbarkeit (die Zuordnungsbarkeit der Botschaft einer gegebenen Informationsquelle), die Authentizität, die attraktive Botschaft (sie löst eine stärkere emotionale Reaktion aus und ermöglicht eine Verinnerlichung), die Autorität und der Einfluss der Informationsquelle (nur eine kurzfristige Wirkung kann erzielt werden) wichtig (Hastings, Stead, 1999; Rácz, 2007).

5.5.4. Weitere Teilnehmer im Kommunikationsprozess

Zwischen der Informationsquelle und der Zielgruppe nehmen die unterstützenden Teilnehmer des Prozesses, also die „Torhüter“ (gate keeper) und „Interessenten“ (stakeholder) eine wichtige Funktion ein. Als Torhüter werden die Personen betrachtet, deren Aufgabe in der Kontrolle der Botschaft besteht. Diese Personen können das Übermitteln der Botschaft an die Zielgruppe beeinflussen (Im schulischen Milieu hat z. B. die Schulleitung eine solche beeinflussende-kontrollierende Funktion). Die „Interessenten“ (stakeholder) sind an der Botschaft interessiert. Auf Grund von spezifischen Überlegungen übermitteln sie ihre Botschaften an die Zielgruppe (Journalisten, Redakteure, Kampagnenmanager).

5.6. Sozialmarketing

Im Prozess der Prävention wirkt ein Marketingmanager mit, er plant den Präventionsprozess für jeden Zyklus mithilfe der Konzipierung eines gezielten Marketingplans. Der Vorteil besteht darin, dass der Fachmann die Botschaft für die Zielgruppe attraktiv gestalten kann und er kann aufgrund der bei den einzelnen Phasen beobachteten Wirkungen in den Präventionsprozess eingreifen (Rácz, 2007).

5.7. Arbeitsplatz

Die Prävention am Arbeitsplatz folgt dem Hierarchie-Modell und führt die Präventionsstrategie von oben nach unten durch. Ins Präventionsprogramm muss zuerst das Management einbezogen werden und man muss die Leitung davon überzeugen, dass sie erkennen muss, welche die Vorgänge sind, die zur Gestaltung einer idealen Atmosphäre im Unternehmen beitragen. Das Ziel der Programme sind die Prävention und die Intervention, ihre Komponenten sind die Konsultation, die rechtzeitige Erkennung und die frühe Intervention.(Rácz, 2007).

6. Mittel der Prävention

Bei der Planung und Durchführung der primären Prävention sollte man nach der Förderung der sozialen Fertigkeiten, der Persönlichkeitseinwicklung und der Gestaltung von entsprechenden Fertigkeiten der Lebensführung streben. Bei der Mitteilung von Informationen ist die Anwendung von klientenbezogenen Methoden empfohlen, dazu muss der Helfer über Kenntnisse im Bereich der Kommunikationsfertigkeiten und –techniken und der Methodik der assertiven Kommunikation verfügen. Mithilfe der Persönlichkeitsentwicklung kann man erreichen, dass der Klient in gegebenen Lebenssituationen adäquate Coping-Strategien anwendet, sie unterstützt ihn beim Entscheidungstreffen und bei der Feststellung der Ziele (Stressmanagement, Problemlösung, Fertigkeitsentwicklung in der Kommunikation, assertive Kommunikation). Durch die Gestaltung der entsprechenden Fertigkeiten der Lebensführung kann die Zugänglichkeit der Ressourcen verbessert werden, die Gestaltung eines neuen Wertesystems und die Verbesserung der Qualität der sozialen Kontakte werden ermöglicht.

Die Kommunikationsvoraussetzungen der Prävention

Bei der Berufstätigkeit steht der Arzt in kontinuierlicher Wechselwirkung mit dem Patienten. Die Arzt-Patient-Interaktionen sind hinsichtlich der Kooperation des Patienten von primärer Bedeutung. Der Arzt braucht ein Fähigkeitsvermögen, das zur Lösung der auftauchenden Probleme des Patienten geeignet ist. Eine wichtige Voraussetzung der wirksameren Kommunikation ist, dass der Arzt für den Patienten Extra-Zeit sichert, er darf nicht desinteressiert oder ungeduldig sein. Die Reize, die die Aufmerksamkeit ablenken, sollten minimalisiert werden. Das Aufrechterhalten des Augenkontaktes mit dem Patienten signalisiert Interesse, es fördert das Vertrauen des Patienten. Der Patient öffnet sich und erzählt noch mehr Wichtiges über sich selbst. Langsames, klares und lautes Sprechen und die Verwendung von einfachen, kurzen Wörtern und Sätzen fördern die Verstehbarkeit für den Patienten.

Dem Patienten müsste man die Möglichkeit der Fragestellung sichern, damit er über eventuelle Ängste sprechen kann und ein Feedback darüber gibt, ob er die gesendete Information tatsächlich verstanden hat oder nicht. Als Ziel gilt die Gestaltung und Aufrechterhaltung einer korrekten Partnerschaft mit dem Patienten. Zu den praktischen Methoden der Realisierung dieser gehören die reflektive Aufmerksamkeit, die Empathie, das Motivationsinterview und das kollektive Entscheidungstreffen. Die Rolle der reflektiven Aufmerksamkeit ist, dem Patienten fühlen zu lassen, dass man auf ihn aufpasst und seinen Gefühlen und Meinungen zuhört. Die Kommunikationsmittel sind die nonverbale und verbale Kommunikation, die Fragen, die offene, semioffene oder geschlossene Fragen sein können sowie die Aufmerksamkeit widerspiegelnden Feedbacks (z. B. „Ja…“, „Ich verstehe es“, „Sie haben also das Gefühl, dass…“). Zu den Signalen der nonverbalen Kommunikation gehören die offene Körperhaltung, die Gesprächsentfernung und die aufgeschlossene Mimik. Die reflektive Aufmerksamkeit zeigt schon an sich Empathie.

7. Präventioneller Eingriff

Die erfolgreichen Interventionsprogramme ermöglichen einen Multilevel-Eingriff und die Erkennung der hinsichtlich der Prävention wichtigen Komponenten (Vollrath, 2006):

  • Die Gruppentherapie und Gruppenprävention der Patienten ist erweisen sich als wirksamer als die individuumsbezogenen Maßnahmen, die Patienten können nämlich auch voneinander lernen und einander eine wirksame soziale Unterstützung leisten.

  • Die kognitiven verhaltenstherapeutischen Methoden und die die sozialen Fertigkeiten fördernden Trainings gelten bewiesen als wirksam, die für die Klienten möglich machen, die Fertigkeiten zu erwerben und zu üben und diese auch in Stresssituationen und in negativen Lebenssituationen anwenden zu können.

  • Die Trainings sind häufig auf nicht mehr als 6-8 Sitzungen beschränkt, in den Trainings können die Klienten unter formellen Umständen ein Verhaltensmuster oder eine Fertigkeit erwerben und ihre Anwendung perfektionieren. Es sichert, dass der Patient die Fertigkeit erwirbt und entwickelt, die er später, im Alltagsleben sich mit wahren Problemen konfrontiert anwenden kann.

R. B. Williams und V. P. Williams (1993) haben ein Interventionsprogramm konzipiert, in dem mehrere Komponenten angewendet wurden, deren Ziel war, den Effekt der Feindlichkeit und des Zorns auf die Gesundheit zu senken. Aufgrund der Erfahrungen des Programms wurde das „Life-Skills-System“ konzipiert, ein aus 6 Sitzungen bestehender Workshop (Williams, Williams, 1997). Das Ziel ist über die Senkung der Wirkung der Feindlichkeit und des Zorns hinaus die Senkung der verschiedenen psychosozialen Risikofaktoren. Als weiteres Ziel ist die Vorbeugung von stressauslösenden Situationen zu erwähnen, die die emotionale Kompetenz fördert und auf die zwischenmenschlichen Beziehungen positiv auswirkt. Unter der Anwendung der mithilfe des Programms erworbenen Fertigkeiten kann eine positive Lebensanschauung mit Erfolg gestaltet werden, die langfristig präventiv wirkt.

Der Life-Skills-Workshop bringt den Patienten 2 Fertigkeiten bei:

  1. Das Verständnis von uns selbst und anderen Personen:

    1. die Sensibilisierung von Gedanken und Gefühlen fördern

    2. die negativen Gedanken und Gefühle bewerten und kontrollieren

    3. mithilfe der Fertigkeit des Sprechens und Zuhörens wirksamer kommunizieren

    4. Mitgefühl zeigen

  2. Wirksam erlernen, wie man in konkreten Situationen reagieren sollte

    1. die Verwendung von problemlösenden Fertigkeiten in Situationen, die auf das Individuum störend wirken

    2. die Assertivität verwenden, falls sich andere Personen störend verhalten

    3. das Verständnis üben

    4. die Förderung der Positivität im Bereich unseres Lebens und unserer Beziehungen

7.1. Die Methodik des individuellen Eingriffs

7.1.1. Motivationsinterview

Mithilfe des Motivationsinterviews kann man die Problemerkennung des Klienten fördern und man kann ihn zur Problemlösung ermuntern. Laut der Theorie von Carl Rogers sollte der helfende Fachmann über Empathie, bedingungslose Akzeptanz und Freimut verfügen. Die Grundkomponente dieser Methode ist die Gestaltung einer idealen therapeutischen Atmosphäre (Akzeptanz, Herzlichkeit, keine Unter- oder Überordnung), wo der Klient die Wahl hat, sein Verhalten zu ändern oder nicht zu ändern. Miller und Rollnick (1991) definieren die Motivation als ein Zustand, der fluktuiert, also sich mit der Problemwahrnehmung des Patienten ändert. Zur Vorbereitung des Motivationsinterviews unterscheiden sie 5 klinische Grundsätze (das Autorpaar hat das Konzept des Motivationsinterviews für Alkoholkranke entwickelt, aber es wird auch als verhaltenstherapeutische Methode eingesetzt.) (Perczel Forintos, Mórotz, 2010; Kun, 2011):

  1. Empathie zeigen: die Akzeptanz des Klienten, reflektives Zuhören, Ambivalenz zeigen

  2. Diskrepanz provozieren: die Sensibilisierung für die schädlichen Folgen, die Sensibilisierung fürs Bestreben in die Richtung der Änderung wegen des Widerspruchs zwischen dem aktuellen Verhalten und den Zielen, der Patient soll für die Änderung argumentieren.

  3. Meidung der Auseinandersetzung, der Konfrontation: die Auseinandersetzung wirkt in die Gegenrichtung, bei Widerstand die Strategie ändern, Stigmatisierung vermeiden.

  4. Verarbeitung des Widerstands: man soll eine neue Perspektive zur Interpretation bieten, den Interpretationsrahmen ändern und eine Möglichkeit zur Wahl bieten („Sie müssen nicht jetzt entscheiden, es ist auch später möglich…”), Perzeptionswechsel von der Seite des Helfers. („Vielleicht Sie sind wirklich früh gekommen, wir könnten noch abwarten.”)

  5. Förderung des Selbstvertrauens, Unterstützung der Selbstwirksamkeit: die Überzeugung von der Änderung ist eine wichtige Motivationskraft, sie kann Probleme lösen, die "Neudefinierung“ der persönlichen Verantwortung. (Man ist fähig dazu, aber man ist dafür verantwortlich, zu wählen und die Änderung durchzuführen.) (siehe Kapitel 7.11.)

7.1.2. Einzelkonsultation

Die ins Programm der Präventionsaufklärung aufgenommenen Individuen berichten häufig über Probleme in der Lebensführung, Partnerschaft, Selbstbewertung oder Familie, deshalb wird die Primärprävention im Bereich der Einzelkonsultation bei der Vorbeugung von späteren Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Die Zielsetzungen der Konsultation (McLeod, 1993):

  • Entwicklung der Selbstakzeptanz

  • Selbstbewusstheit: die Akzeptanz unserer selbst aufgrund von äußeren Feedbacks (was denken andere Personen) und aufgrund von inneren, bisher verdrängten Gefühlen.

  • Einsicht: Kontrolle gestalten, Gefühle und Emotionen verstehen

  • Entwicklung der Fähigkeiten zur Problemlösung

  • Psychoedukation: Gestaltung der Verhaltenskontrolle

  • Verhaltensänderung: Änderung der maladaptiven, destruktiven Verhaltensmuster

  • Änderungen auf der Systemebene starten (im Umfeld)

  • Änderung der maladaptiven Aberglauben, Gedanken und Denkschemata

8. Die Planung und Evaluierung von Präventionsprogrammen

Vor der Planung der Präventionsprogramme muss man erwägen, ob die konkrete Problematik einen Eingriff benötigt oder nicht. Falls das geplante Programm oder die präventive Maßnahme an weitere präventive Schritte angeschlossen werden können, lohnt es sich, die dort gewonnenen Erfahrungen zu verwerten. Man muss die Prävalenz, die Notwendigkeit des Eingriffs, die Bedürfnisvariablen und die Chance einer Kooperation bewerten.

Bei der Planung von präventiven Eingriffen müssen 6 wichtige Schritte durchgeführt werden (Kok, Schaalma, Ruiter, Empelen, Brug, 2004; Kun, 2011; Kröger, Winter, Shaw, 2013):

  1. Wahl der Zielgruppe: zweierlei Zielgruppen können unterschieden werden, die finale Zielgruppe, auf die sich der Eingriff richtet, und die Zwischenzielgruppe, die indirekt Informationen bekommen.

  2. Zielsetzungen: das im Präventionsprogramm anvisierte Ziel muss formuliert werden. Was ist die gewünschte Wirkung oder sogar die Verhaltensänderung, die man erzielen möchte?

  3. Methoden: im Interesse der Realisierung der Zielsetzung, unter Verwendung der schon zur Verfügung stehenden empirischen Beweise die Zusammenstellung eines Multilevel-Konzeptes und eines Zeitplanes unter Definierung der angemessenen Methoden.

  4. Quellen: die Registrierung der zur Verfügung stehenden finanziellen und humanen Ressourcen (Fachleute, Freiwillige…), die Kalkulierung des hinsichtlich des Eingriffs nötigen Zeitintervalls (Grenzen).

  5. Planung der Evaluierung des Prozesses und der Ergebnisse: optionale Möglichkeit zur Kontrolle der Planphase, zum Testen der Realisierbarkeit des Präventionsprogramms.

  6. Bewertung der Planphase

  7. Durchführung des präventiven Eingriffes

  8. Evaluierung der Ergebnisse

  9. Kommunikation, Mitteilung der Evaluierung der Ergebnisse

Die uniformisierten Programme machen sowohl die Prävention als auch die Gesundheitsversorgung disfunktionell (Abbildung 4.)

Abbildung 7.90. Abbildung 4.: „Socialized medicine“. © Russmo. Mit der Niederlassung des Autors

Abbildung 4.: „Socialized medicine“. © Russmo. Mit der Niederlassung des Autors

9. Vorbeugung der Zustandsverschlechterung

Auf der Basis der kognitiven Verhaltenstechniken haben Marlatt und Gordon ein der Zustandsverschlechterung vorbeugendes Protokoll konzipiert (Abbildung 4), um der Zustandsverschlechterung vorzubeugen. Dieses Programm umfasst die folgenden Vorgänge:

  • Introspektion-Selbstbeobachtung (Was tue ich in Situationen mit hohem Risiko?)

  • Vorstellungen über eine Zustandsverschlechterung (Wie wäre es, wenn mein Zustand schlechter würde?)

  • Relaxationstraining / Stressmanagement

  • Training zur Kompetenzentwicklung

  • Übernahme der Möglichkeit

  • kognitive Umstrukturierung (Ogden, 2007)

Abbildung 7.91. Abbildung 5.: Strategien zur Vorbeugung der Zustandsverschlechterung (Ogden, 2007)

Abbildung 5.: Strategien zur Vorbeugung der Zustandsverschlechterung (Ogden, 2007)

10. Präventive Untersuchungen in der Grundversorgung

Bei der persönlichen Beratung, in der Alltagsroutine sollte man hinsichtlich der Arzt-Patient-Beziehung gewisse Umstände beachten. Die Risikofaktoren betreffen gewisse Altersgruppen unterschiedlicherweise, deshalb lohnt es sich, die spezifischen präventiven Untersuchungsmethoden altersgruppenbezogen und geschlechterbezogen durchführen.

10.1. Anamnese

Bei Personen zwischen 12 und 18 Jahren soll man bei der persönlichen Beratung, bei der Anamnese die persönliche Krankengeschichte, besonders den Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum sowie die Essgewohnheiten beachten. Außer diesen Faktoren soll man bei den jungen Erwachsenen zwischen 19 und 39 Jahren wegen der Hypertonie und des erhöhten Serumcholesterins nach den mit Angina assoziierten Beschwerden, der medikamentösen Behandlung und den auf Diabetes hinweisenden Anzeichen fragen. Bei jungen Erwachsenen soll man auch auf die Familienanamnese einen Akzent legen, also aufs familiäre Vorkommen folgender Krankheiten: Hypertonie, plötzlicher Tod, Herztod, juvenile Hirnblutung, Hypercholesterinämie, Diabetes, Brustkrebs und Kolonpolypen. Auch bei den Erwachsenen zwischen 40 und 64 Jahren soll man diese Umstände ermitteln, außerdem über 65 die allgemeine Kondition. In diesem Alter kommt eine diagnostizierte kardiovaskuläre Erkrankung häufig vor. In der Familienanamnese kann die koronare Herzkrankheit als Risikofaktor vorkommen. Wegen des Risikos des vorzeitigen Todes infolge eines Herzinfarkts muss man das familiäre Vorkommen dieser Krankheit ermitteln (Döbrőssy, 2004).

10.2. Die durchzuführenden Untersuchungen

Bei Personen zwischen 12 und 18 Jahren ist die Durchführung einer körperlichen Untersuchung empfohlen. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 19 und 39 Jahren und bei den Erwachsenen zwischen 40 und 64 Jahren ist wichtig, den BMI-Wert (Indexwert aus dem Körpergewicht und der Körpergröße) und den Blutdruckspiegel festzustellen sowie die Haut und die sichtbaren Schleimhäute (Mundhöhle) zu untersuchen. Bei der Prävention und der Vorbeugung der Progression der schon bestehenden Erkrankung können bei Personen über 65 Jahren die Messung des Serumcholesterinspiegels (unter 70 Jahren), die des Blutzuckerspiegels (unter 70 Jahren) und die Messung der Knochenmasse (bei Frauen) eine wichtige Basis sein. (Döbrőssy. 2004).

10.3. Beratung

Bei einer generellen Beratung von Kindern und Jugendlichen in der Pubertät soll man aufgrund der erhobenen Vorgeschichte über die Vorbeugung des Rauchens sprechen und es ist auch wichtig, ihnen von der Gewöhnung ans Rauchen abzuraten. Bei der Gewöhnung ans Rauchen spielen anfangs einige verhaltensassoziierten Faktoren eine wichtige Rolle, wie z. B. die Eltern, Freunde, Vorbilder oder wenn man Erwachsensein vorspiegelt. Die Gewöhnung vollzieht sich während einer langen Zeit. Falls die Hilfe rechtzeitig kommt, kann man verhüten, dass man das Rauchen ausprobiert oder sich eventuell das Rauchen angewöhnt. In dieser Hinsicht sichert die Familienberatung eine größere Möglichkeit, gewisse Wertesysteme und Normen entwickeln sich nämlich in der Familie. Der Entwöhnungsprozess ist komplex, hier ist eine enge Kooperation zwischen dem Arzt und dem Betroffenen erforderlich(Döbrőssy, 2004).

Bei der Beratung ist es bei allen vier Altersgruppen sehr wichtig, über die gesunde Ernährung und die Balance zwischen der Kalorienzufuhr und der Kalorienverwertung zu sprechen. Es ist nämlich unumstritten, dass es zwischen dem Speiseplan, den Essgewohnheiten und den häufigsten nicht-infektiösen chronischen Krankheiten ein enger Zusammenhang besteht. Das Übergewicht ist meistens die Folge der umgekippten Balance zwischen der Energiezufuhr und der Energieverwertung, dessen Wert mithilfe der Berechnung des Körpermasseindexes (BMI) angegeben werden kann. Im Allgemeinen werden die Leute übergewichtig, bei denen eine übermäßige Kalorienzufuhr vorliegt und wenn dies durch Körperbewegung und körperliche Aktivität nicht kompensiert wird, deshalb soll man bei der Beratung die Vorteile der bewegungsreichen Lebensweise und der körperlichen Aktivität hervorheben, außerdem soll man in der Konsultation auch die Risiken des Alkohol- und Drogenkonsums betonen. Der mäßige Alkoholkonsum widerspricht den gesellschaftlichen Normen nicht, in gewissen Situationen gilt er sogar als eine erwartete Handlung, der regelmäßige Konsum führt jedoch zur Sucht. Man soll die Klienten über die Möglichkeiten der Prävention und der Behandlung informieren. Der Drogenmissbrauch betrifft vor allem Personen zwischen 12 und 18 Jahren, deshalb soll man sie auf die Risiken, Gefahren, Vorbeugung und Therapie aufmerksam machen. Diese Altersgruppe gefährden zumeist die übertriebenen Sonnenbäder (UV-Strahlung), außerdem soll man diese Altersgruppe über die Pigmentnävi (Pigmentflecken) und ihre Behandlung, die Zahnpflege und Mundhygiene informieren. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 19 und 39 Jahren ist die Gewichtsreduktion sehr wichtig, wenn es nötig ist, soll man sie auf die Senkung des Serumcholesterinspiegels, die Umstellung der Lebensweise, besonders auf den Speiseplan aufmerksam machen. Die Erwachsenen zwischen 40 und 64 Jahren soll man über die Blutdrucksenkung, die medikamentöse Behandlung, die Hormonersatztherapien (nötigenfalls bei Frauen) und die Möglichkeiten der Einweisung zur Bluthochdruckbehandlung informieren(Döbrőssy, 2004).

10.4. Die Umstellung des Verhaltens

Die komplexe Patientenversorgung und die Kontrolle der Krankheit benötigen die Umstellung des Verhaltens und der Lebensführung des Patienten. Die auf persönlicher Motivation basierten Modelle der Verhaltensumstellung fördern die Überzeugung und die Planung beziehungsweise die Wahl der die konkreten Patientengruppen betroffenen Eingriffe (siehe Kapitel 7.11.).

10.5. Vorsorgemaßnahmen

Die depressiven Episoden, vor allem die unipolare Depression ist eine der häufigsten psychiatrischen Krankheiten. Laut Angaben aus Ungarn macht die Prävalenz der Depression in der Population zwischen 18 und 64 Jahren circa 15 Prozent aus, deshalb muss man die auf die Krankheit hinweisenden Anzeichen sowie das Selbstmordrisiko und die auf einen körperlichen oder sexuellen Abusus hinweisenden Anzeichen feststellen. Bei Erwachsenen über 19 Jahren ist mit dem Risiko eines malignen Hauttumors zu rechnen, bei Personen über 65 Jahren ist es wichtig, eventuelle Anzeichen einer Gewalttat und der Erkrankung der peripheren Arterien festzustellen (Döbrőssy, 2004).

Testfragen

Multiple choice

A = Antworten 1, 2 und 3 sind richtig

B = Antworten 1 und 3 sind richtig

C = Antworten 2 und 4 sind richtig

D = nur die Antwort 4 ist richtig

E = alle 4 Antworten sind richtig

  1. Worin besteht das Hauptziel der Gesundheitspsychologie?

    1. Krankheitsorientiertheit

    2. Intervention

    3. soziale Unterstützung

    4. Gesundheitsorientiertheit

  2. Worin besteht das Ziel der präventiven Gesundheitspsychologie?

    1. Analyse der Verhaltensmuster und der Bedürfnisse

    2. Konzipierung von Interventionsstrategien

    3. Konzipierung von psychologischen Modellen

    4. Rehabilitation

  3. Was umfasst die Primärprävention?

    1. Gesundheitsschutz

    2. Behebung der krankheitsauslösenden Faktoren

    3. Meidung der Probleme

    4. Lösung der Probleme

  4. Welche sind die Ebenen der Primärprävention?

    1. körperliche oder somatische Ebene

    2. psychosoziale Ebene

    3. soziokulturelle Ebene

    4. Kommunikationsebene

  5. Welche Fertigkeiten müssen bei der Planung der Primärprävention besonders entwickelt werden?

    1. soziale Fertigkeiten

    2. Anpassungsfertigkeit

    3. Persönlichkeitsentwicklung

    4. assertive Kommunikation

  6. Mithilfe von welchen Methoden kann der individuelle Eingriff realisiert werden?

    1. Motivationsinterview

    2. Selbstbeobachtung

    3. Einzelkonsultation

    4. Teamarbeit

  7. Welche Komponenten umfasst das von Marlatt und Gordon konzipierte Programm zur Vorbeugung der Zustandsverschlechterung?

    1. Wahl der Zielgruppe, Zielsetzungen, Evaluierung des Prozesses und der Ergebnisse

    2. Übernahme der Möglichkeit, kognitive Umstrukturierung

    3. Anamnese, durchzuführende Untersuchungen, Beratung

    4. Selbstbeobachtung, Vorstellungen über eine Zustandsverschlechterung, Relaxationstraining, Training zur Kompetenzentwicklung

  8. Was ist bei der persönlichen Beratung von Kindern und Jugendlichen in der Pubertät besonders wichtig?

    1. persönliche Krankengeschichte

    2. Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum

    3. Mahlzeiten

    4. Bluthochdruck

  9. Welche sind bei der persönlichen Beratung die wichtigsten Themen der Prävention für alle 4 Altersgruppen?

    1. die gesunde Ernährung

    2. die Balance zwischen der Kalorienzufuhr und der Kalorienverwertung

    3. die bewegungsreiche Lebensweise

    4. Gefahren des Alkohol- und Drogenkonsums

  10. Mely állítások tartoznak a prevenció kommunikációs feltételei közé?

    1. az orvos többlet időt biztosítson a beteg számára

    2. fontos a szemkontaktus fenntartása a beteggel

    3. lassú, tiszta és hangos beszéd, egyszerű, rövid szavak és mondatok használata

    4. lehetőséget kell biztosítani a betegeknek a kérdezésre, hogy beszélhessenek esetleges félelmeikről, és visszajelzést adjanak

  11. Mire tanít a LifeSkills Workshop?

    1. saját magunk és mások megértése

    2. hatékonyabban kommunikálni a beszéd és hallgatás készségével

    3. hatékonyan elsajátítani, hogyan reagáljunk bizonyos helyzetekben

    4. segít a konfrontáció helyett elkerülni a szituációt

  12. Welche Aussagen gehören zu den Kommunikationsvoraussetzungen der Prävention?

    1. Der Arzt soll Extra-Zeit für den Patienten sichern

    2. Die Aufrechterhaltung des Augenkontaktes mit dem Patienten ist wichtig

    3. langsames, klares und lautes Sprechen, die Verwendung von einfachen, kurzen Wörtern und Sätzen

    4. Dem Patienten müsste man die Möglichkeit der Fragestellung sichern, um über ihre eventuellen Ängste sprechen zu können und ein Feedback zu geben

  13. Was bringt uns der Life-Skills-Workshop bei?

    1. das Verständnis von uns selbst und von anderen Personen

    2. mithilfe der Fertigkeit des Sprechens und Zuhörens wirksamer kommunizieren

    3. Wirksam erlernen, wie man in konkreten Situationen reagieren sollte

    4. Er hilft, statt der Konfrontation der Situation auszuweichen

  14. Was bedeutet der Begriff „Sekundärprävention“?

    1. steht für die ursächliche Prävention, sie deckt die Mechanismen der Persönlichkeit des Individuums auf

    2. die Vorbeugung von mit einer schon bestehenden Krankheit assoziierten weiteren Krankheiten

    3. der Aufbau einer supportiven Beziehung zur Familie und zu weiteren wichtigen Personen

    4. die Diagnose der schon vorhandenen Erkrankung im frühen Stadium, ihre schnelle und effektive Behandlung

  15. VIERERLEI ASSOZIATIONEN

    Wählen Sie die zur Frage passende richtige Antwort.

    1. Problemzentrierte Bewältigung

    2. Emotionszentrierte Bewältigung

    3. Beide

    4. Keine der Beiden

  16. Die Personen versuchen, sich mit dem Problem nicht zu beschäftigen, ihr Ziel ist, die Verstärkung der negativen Gefühle zu verhindern.

  17. Laut den Forschungsergebnissen sind die Patienten, die diese Bewältigungsstrategie wählen, weniger depressiv, sogar die Anfangsphase ihrer eventuellen Depression dauert kürzer.

  18. Das Wesen dieser Bewältigungsmethode besteht in der positiven kognitiven Umstrukturierung.

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